Göttingen

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25.02.2015

FWLG stimmt Investitionshilfeprogramm für die Gemeinden zu

„Die gute Wirtschaftslage hat dazu geführt, dass einzelne Kommunen seit einigen Jahren wieder Überschüsse ausweisen können, andere aber nach wie vor trotz sparsamster Haushaltsführung durch erhebliche strukturelle Fehlbeträge in ihrer Handlungsweise extrem eingeschränkt sind“, erklärt Lothar Dinges, Fraktionsvorsitzender der Freie Wählergemeinschaft Landkreis Göttingen (FWLG) im Kreistag. Dort können notwendige Investitionen nicht aus dem laufenden Ergebnis finanziert werden. So ist es aus FWLG Sicht mehr als begrüßenswert, dass jetzt mit dem Investitionshilfeprogramm möglichst unbürokratisch Geld in die Gemeinden fließen kann. Gerade die Randlagen des Landkreises Göttingen können profitieren, wenn in Zukunft konkrete, projektbezogene Anträge gestellt werden können. Diese müssen laut FWLG jedoch Voraussetzung sein, um gezielt anzusetzen.

Die von der CDU/FDP Gruppe im Vorfeld geforderte Herabsetzung der Kreisumlage hätte zwar auch eine Entlastung der Gemeindehaushalte bewirkt. Die FWLG-Fraktion ist sich jedoch ziemlich sicher, dass dieses Geld weitestgehend nicht für Investitionen benutzt worden wäre, sondern entlastend in den allgemeinen Haushalt geflossen wäre.

„Stattdessen ein Programm aufzulegen, das mit einer maßgeschneiderten Förderrichtlinie ausgestattet ist, halten wir für deutlich besser“, führt Lothar Dinges aus. „Investitionen können jetzt dort gefördert werden, wo sie sinnvoll sind – außer bei Gemeindestraßen sowie Unterhaltungs- und Investitionsförderungsmaßnahmen“, so Dinges weiter.

Die FWLG stimmt dem Beschlussvorschlag zum Investitionshilfeprogramm für die Gemeinden im Kreistag zu und wünscht, dass darüber hinaus in der nächsten Zeit mit Hilfe von Förderungen aus Land, Bund und EU dringend notwendige Infrastrukturmaßnahmen angeschoben werden können. „Die jahrzehntelange Auszehrung der peripheren Kreisgebiete muss beendet und ein vorzeigbares Niveau erreicht werden“, fordert Dinges weiter. „Wenn Sie durch Europa fahren und kommen zurück, haben sie in einigen Gebieten das dumpfe Gefühl, dass die Zeit stehengeblieben ist“, bemerkt der FWLG-Vorsitzende abschließend. „Wir wollen aber Anschluss an Europa bekommen“.

 

 

10.02.2015

Kreisfusion darf nicht zwischen Siegern und Verlierern unterscheiden! 

Die zum 1.11.2016 von den beiden Kreistagen mehrheitlich beschlossene Kreisfusion der Landkreise Göttingen und Osterode beruht größtenteils auf den Erkenntnissen, dass der Raum Südniedersachsen gegenüber anderen Regionen unseres Landes zurückzufallen droht. Die vom Internationalen Institut für Staats- und Europawissenschaften durch Professor Dr. Dr. h.c. Joachim Jens Hesse erfolgte teilregionale Untersuchung „Der Kommunalstrukturen in Niedersachsen für den Raum Südniedersachsen (Göttingen, Northeim, Osterode am Harz)“ wurde im Auftrag der Landkreise Northeim und Göttingen sowie einer Zusatzbeauftragung durch die Kreise Osterode am Harz und Goslar sowie der Stadt Göttingen durchgeführt. „Dabei ging es nicht nur um erkennbaren Anpassungsbedarf an sich schnell verändernde Rahmenbedingungen, sondern vor allem auch um jene als zunehmend „bedrohlich“ empfundenen demographischen und haushälterischen Entwicklungen, denen sich die Gebietskörperschaften gegenübersehen.“ 

Durch diese substanzielle Untersuchung der Handlungschancen Südniedersachsens erhoffte man sich Hinweise für die mittel- und langfristige Entwicklung Südniedersachsens, das hinter die allgemeine Landesentwicklung ein wenig zurückzufallen droht. Kosteneffizienteres Verwaltungshandeln und schließlich die Gewährleistung bürgerschaftlicher Teilhabe sind die wichtigsten strategischen Ziele, die es umzusetzen gilt.

Die Entschuldung der kommunalen Haushalte in Verbindung mit diesen beiden grundlegenden Absichten wird die notwendigen Spielräume schaffen können, damit bislang durch Finanzknappheit nicht mögliche Investitionen im öffentlichen Bereich nachgeholt werden können. Erst dann ist eine erhebliche Attraktivitätssteigerung – als Grundlage dem demografischen Wandel die Stirn zu bieten – in Aussicht!

Die Voraussetzungen hierfür schätzt der Gutachter trotz erkennbarer Differenzen und gelegentlicher Polarisierungen als durchaus gegeben ein. Entscheidend dürfte sein, ob die Funktionsträger in der Region zu Gesprächen finden, die das Miteinander betonen und im Sinne eines funktional wirksamen do ut des (ich gebe, damit du gibst) nicht zwischen Siegern und Verlierern unterscheiden, wie es in den vergangenen Wochen, offensichtlich besonders von der Öffentlichkeit im Kreis Osterode wahrgenommen wird.

Im Zentrum der Bemühungen muss von allen Beteiligten und damit auch für diejenigen stehen, die bisher nicht Befürworter der Fusion sind, die Zukunft der Region für die Menschen erfolgreich mitzugestalten. Erforderlich sind dafür im Wesentlichen eine hohe Transparenz gegenüber den Bürgern und eine breite Aufklärung über die Sinnhaftigkeit der Entscheidungen. Nur so kann die volle Akzeptanz der Bevölkerung erreicht werden.

Die Realitäten sprechen laut Gutachten ohnehin für sich: Die Verflechtung des Arbeitsmarktes des Landkreises Osterode sind mit der Region Göttingen – Northeim  wesentlich stärker als mit dem Landkreis Goslar verbunden. Die Auspendlerverflechtungen in den Städten und Gemeinden der Landkreise Göttingen, Osterode und Northeim bestätigen auf lange Sicht sogar die Notwendigkeit einer Fusion aller drei Landkreise.

Die Entschuldung der Haushalte hat in der Region schon so gute Fortschritte gemacht, dass nicht mehr Hoffnungslosigkeit herrschen muss, sondern realistische Chancen auf komplette Entschuldung bestehen, wenn weiter günstige Voraussetzungen geschaffen werden. Die Stärkung der teilweise mangelhaften Infrastruktur in der Region Südniedersachsen durch die Aussicht auf zusätzliche Mittel von Land und EU sollten durch alle Akteure bedingungslos genutzt und in Projekte umgesetzt werden.

 

Lothar Dinges
Fraktionsvorsitzender
Freie Wähler Landkreis Göttingen (FWLG)
 
 

FREIE WÄHLER im Schulterschluss mit Bürgerinitiative

Gross Ellershausen/Hetjershausen. Die Ankündigung der Firma TenneT AG, als Stromtrassenausführer nun eine alternative Strecke im Bereich Göttingen zu favorisieren, ist für die Bürgerinitiative Gegenwind Groß Ellershausen/Hetjershausen als Teilerfolg zu verbuchen. Der Bezirksverband der FREIE WÄHLER Südniedersachsen, hat sich schon vor der Gründung der Bürgerinitiative mit der Problematik einer Erdverkabelung auseinandergesetzt. Auch nach Bildung der Bürgerinitiative haben die Mitglieder des Verbandes weiter an verschiedenen Veranstaltungen wie Ortsratssitzungen und Infoveranstaltungen teilgenommen. Die Interessenlagen wurden bewertet. Einsprüche und Bedenken gegenüber der Bundesnetzagentur wurden direkt angemeldet. Pressemitteilungen zum Standpunkt des Verbandes fanden im Sinne der Bürgerinitiative statt.

Besonders in der Kritik der FREIE WÄHLER war die Erdverkabelung entlang der Mittelbergschule zwischen Groß Ellershausen und Hetjershausen. Dass nun der neue Streckenverlauf nicht mehr in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schule verlaufen soll, ist auch als Erfolg für die Bemühungen der FREIE WÄHLER zu sehen, die Gesundheit der Bevölkerung trotz notwendiger Energiewende nicht aus dem Blick zu verlieren. Eine weitere notwendige Veränderung aus Sicht der FREIE WÄHLER ist die Streckenführung in der Nachbarschaft von Elliehausen. Auch hier verläuft die Trasse noch zu nah am Ortsrand, insbesondere zur Schule und zur Bezirkssportanlage. Da es sich bei der 380 kv-Leitung um ein beispielloses Pilotprojekt handelt, geht es nicht um die Einhaltung, sondern um die Ausweitung von Mindestabständen. Damit verbunden, die Gewährung der Gesundheit der Bevölkerung in der Nachbarschaft zu einer Stromtrasse. Hier muss auch aus Sicht der Firma TenneT ein Umweg zum Ziel führen. Herr Siegmann als Projektleiter der Firma TenneT hat diesbezüglich Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Der FREIE WÄHLER Bezirksverband Südniedersachsen, der sich als Vernetzer von Bürgerinitiativen und Wählergemeinschaften sieht, sichert der Bürgerinitiative Gegenwind weiterhin Unterstützung zu

 

Göttinger Tageblatt 13.03.2013:

 Göttinger Tageblatt: 12.03.2013:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

FWLG-Kreistagsfraktion

Reinhäuser Landstraße 4, 37083 Göttingen

Karsten Beuermann, Lothar Dinges, Dietmar Ehbrecht

Tel.: 0551/525-244 05527/8419930 Fax 05527/941694

mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Freien Wähler nehmen zur Kreisfusion GÖ/NOM/OHA Stellung:
 

1.) Nicht von vornherein Ablehnung, sondern nach gründlicher Sondierung zusammen mit gut informierten Bürgern eine Entscheidung fällen.

Während SPD und Grüne im Landkreis  Göttingen seit Beginn der neuen Kreistagsperiode 2011 die Fusion der drei Landkreise Göttingen, Osterode und Northeim als Ziel ausgegeben hatten und sich CDU/FDP, Linke und Piraten gegen eine Fusion ausgesprochen hatten, sind wir als Fraktion der Freien Wähler im Göttinger Kreistag der Meinung, neben den Ergebnissen des Gutachtens von Prof. Hesse. das Arbeitsergebnis der 10 Arbeitsgruppen für eine abschließende Beurteilung als Beratungsgrundlage für die Aufgabenstellung zu verwerten. Erst dann ist – wenn überhaupt vorher - zu beurteilen, ob eine Kreisfusion mehr Vorteile für den Landkreis Göttingen bringt oder mehr Nachteile.

 2.) Bürgerbeteiligung

Darüber hinaus ist die Einbindung der Bürger in die Fusionsentscheidung oberstes Gebot für die Kreistagsfraktion der Freien Wähler im Landkreis Göttingen (FWLG). Denn die Bürger erarbeiten die Wertschöpfung und zahlen die Steuern. Deshalb ist aus unserer Sicht die Veröffentlichung aller Informationen zum Fusionsprozess absolut notwendig und für uns eine Mindestvoraussetzung. Der Bürger muss die Möglichkeit bekommen, seine Meinung dazu der Politik mitzuteilen und seine Interessen über eine angemessene Bürgerbeteiligung selbst vertreten zu können. Nach unserer Auffassung ist dazu das Instrument der Bürgerbefragung am Tag der Landtagswahl das beste Mittel, die Bürgerinteressen wirksam in den Fusionsprozess einzubeziehen.

Die Gruppe SPD/Grüne macht eine Bürgerbefragung vom Ergebnis einer Vorbefragung von 1500 Bürgerinnen und Bürgern abhängig, die wir für absolut unnötig halten. Sie soll unserer Meinung nach möglicherweise dazu dienen, eine Bürgerbefragung zu verhindern, die nur „bei nachgewiesenem Interesse der Bevölkerung“ durchgeführt werden soll

( Mit dem Begriff Bürgerbefragung wird in der Regel eine unverbindliche Befragung von Bürgern zu einem bestimmten Vorhaben der Verwaltung bezeichnet. Wie bei anderen Umfragen üblich, bekommen die Bürger zu diesem Zweck in der Regel ein Papierformular mit den Fragen übergeben, das diese nach Ausfüllung zurücksenden oder an bekannt gemachten Sammelstellen abgeben. Bürgerbefragungen sind stets anonym.

Oftmals werden Einwohnerbefragungen auf kommunaler Ebene im Vorfeld von in der Öffentlichkeit umstrittenen Maßnahmen  durchgeführt, um den tatsächlichen Grad von Zustimmung und Ablehnung in der Einwohnerschaft zu ermitteln. Darüber hinaus haben Einwohnerbefragungen oftmals eine akzeptanzsteigernde Wirkung, da den Bürgern vermittelt wird, dass sie in Entscheidungsprozesse eingebunden und nicht "über ihre Köpfe hinweg" entschieden wird. Tatsächlich formalisiert ist diese kommunale Bürgerbefragung aber nur in Niedersachsen, wo sie Eingang in dasKommunalverfassungsgesetz  gefunden hat.

Die Befragung dient der Unterstützung der Entscheidungsfindung. Das Ergebnis der Befragung ist rechtlich nicht bindend. Damit ist der Rat, anders als bei einem Bürgerentscheid, nicht an das Ergebnis der Befragung gebunden. Bürgerbefragungen werden stets vom Rat beschlossen. In der Regel sind den Bürgern Fragen zu stellen, die mit JA oder NEIN zu beantworten sind.) * aus WIKIPEDIA

3.) Bürgerbefragung muss sein!

Am 20. Januar 2013 haben wir in Niedersachsen Landtagswahl.  Die Wahllokale sind geöffnet. Die Wahlhelfer sind vor Ort. Die Auszählung der Landtagswahlergebnisse ist im Gegensatz zur Kommunalwahl mit Orts-, Gemeinde- und Kreistagswahlen so einfach, dass die zusätzliche Auswertung einer Bürgerbefragung zeitlich kaum ins Gewicht fallen würde. Zusätzliche Kosten würden nur in einem äußerst geringen Umfang entstehen. Da für eine Bürgerbefragung nicht die hohen Hürden wie für ein Bürgerbegehren (mindestens 25% der Wahlberechtigten müssen mit „Ja“ für das Bürgerbegehren stimmen) gelten, ist die Bürgerbefragung ein sehr geeignetes Mittel,  demokratische Mitbestimmung bei wichtigen Themen zu praktizieren.

4.) Warum wir den Bürgerentscheid kritisch sehen

Weil ein Bürgerentscheid nicht immer zu einem Ergebnis führt, das den tatsächlichen Willen einer Bevölkerung widerspiegelt. Obwohl eine Mehrheit der Bevölkerung im Landkreis Osterode möglicherweise gegen die Fusion zum Großkreis ist, ging gingen die immensen Bemühungen der Bürgerinitiative ohne Erfolg zu Ende. Denn: Zwar hat die Mehrheit der zur Wahlurne gegangenen Wahlberechtigten mit Ja gestimmt. Doch dieses Ergebnis reichte nicht.

 

Bürgerentscheid am 02.12.2012

14.045

58,44%

9.987

41,56%

24.032

181

Wahlbeteiligung

Stimmberechtigte:

61.916

   

Bürgerentscheid am 02.12.2012

 

Wahlbeteiligung:

39,11%

Wähler:

24.213

   

Gültige Stimmen:

24.032

Ungültige Stimmen:

181

Denn 14045 Stimmen sind nur knapp 23% statt 25% der Wahlberechtigten, die nötig gewesen wären um die Fusionspläne zu stoppen. Aber: über 58% der bei der Wahl abgegebenen Stimmen stimmten gegen eine Fusion. Dass daraus unser Landrat eine ungefähr 80prozentige Ablehnung der Fusion im Landkreis Osterode macht, ist sicher sehr erklärungsbedürftig.

5.) FUSION JA ODER NEIN?

Die Freien Wähler sind nicht der Meinung, dass die Fusion des Landkreises Göttingen mit Northeim und Osterode für alle Beteiligten langfristig in der Summe Vorteile bringt.

Die Fusion der Landkreise Göttingen, Osterode und Northeim im Raum Südniedersachsen sind für die FREIEN WÄHLER kein geeignetes Instrument, Bürgernähe, die Lebensverhältnisse oder die Wirtschaftskraft nachhaltig zu verbessern. Zwar sind möglicherweise Einsparungseffekte zu erwarten, die dazu beitragen können, die Folgen des demografischen Wandels abzufedern.

Nachhaltige Verbesserungen in der Strukturschwäche des ländlichen Raumes werden durch die Bildung eines Großkreises allein nicht zu erreichen sein, sondern allein durch starke Betriebe mit guten Arbeits-und Ausbildungsplätzen.

Die Entschuldung durch das Land Niedersachsen als Allheilmittel zu sehen, ist für uns ein gefährlicher Trugschluss. Hätte sich Osterode für Goslar entschieden, wären dort nach Aussage des niedersächsischen Innenministeriums maximal 39,1 Millionen Euro als Entschuldungshilfe zur Verfügung gestellt worden. Für die jetzt anvisierte Fusion der drei Landkreise Göttingen, Northeim und Osterode gibt es zu diesem Thema noch keine verlässlichen Aussagen, ebenso wenig wie zu dem dann folgenden Sparpaket, das dem fusionierten Kreis auferlegt würde. Sparsam und trotzdem gut wirtschaften sind nachhaltigere Erfolgsfaktoren als sich durch Zuwendungen langfristigen Erfolg auszurechnen.

6. Grundlegende Besonderheiten

Die Region Harz ist ein Gebiet, dass sich schon aufgrund seiner topografischen Gegebenheiten deutlich vom übrigen Südniedersachsen unterscheidet. Völlig unterschiedliche Entwicklungen in Land- und Forstwirtschaft für den Oberharz gegenüber dem Umland waren deshalb zwangsläufig. Die touristische Entwicklung hat nach dem Niedergang des Bergbaus im Harz zunächst einen wesentlichen Part in der Wertschöpfung übernommen. Allerdings ist heute der Oberharz ein Gebiet, das aufgrund zum Teil nicht zeitgemäßer Strukuren und Einrichtungen mit anderen Regionen Deutschlands und Europas Schritt halten kann.

Ursachen sind laut der Untersuchung

Tourismusleitbild der Nationalparkregion Harz

http://www.nationalpark-harz.de/de/downloads/charta/Tourismusleitbild_NLPHarz.pdf

im Rahmen derEuropäischen Charta für nachhaltigen Tourismus in Schutzgebieten:

-          z.T. Informations- und Service-Defizite in den Tourist-Informationen im Umfeld des Nationalparks

-          Unüberschaubares touristisches Informationsangebot für den Harz (Kataloge und Internet)

-          Kaum Pauschalangebote zum Thema „Nationalpark“

-          Unzureichende Zielgruppenorientierung der Angebote

-          Kein zentrales Reservierungssystem

-          Teilweise mangelnde Unterkunftsqualität

-          Unterkünfte häufig nicht klassifiziert

-          Mangelnder Service bei Buchungsanfragen

-          Insgesamt geringe Zielgruppenorientierung bei Unterkünften und in der Gastronomie

-          Hoher Anteil an Schwarzvermietung

Der Bruttoumsatz aus dem Übernachtungstourismus beläuft sich damit im Gesamtharz auf 751 Mio. €; der Tagestourismus steuert weitere 828 Mio. € bei. Hieraus ergeben sich im Harz in der ersten und zweiten Wertschöpfungsstufe Einkommenseffekte in Höhe von insgesamt 393 Mio. € durch den Übernachtungs- und von 434 Mio. € durch den Tagestourismus.

Der Harz-Tourismus ist jedoch noch ausbaufähig ist noch ausbaufähig, wenn an obigen und den folgenden Schwachpunkten gearbeitet wird:

-          Kaum Unterkunfts- und Gastronomiebetriebe mit ausgewiesenem Umwelt-management

-          Geringer Anteil regionaler Küche und Produkte in der Gastronomie

-          Unzureichende Vermarktung der Aktivange-bote auf regionaler Ebene (im Umbruch)

-          Mit Ausnahme des Harzer-Hexen-Stiegs keine „Leuchtturm-Angebote“

-          Dominanz des PKW-Verkehrs bei unzureichender Vernetzung der Angebote unterschiedlicher Verkehrsunternehmen

-          Unbefriedigende Lenkung des motorisierten Individualverkehrs

-          Unzureichende touristische ÖPNV-Versorgung im Oberharz abseits der B4-Achse

-          Unattraktive und Nationalpark-ferne Gestaltung des Großparkplatzes Torfhaus

Nur eine einheitliche Verwaltung mit ausreichender personeller und finanzieller Ausstattung kann den vielfältigen Herausforderungen in Zusammenhang mit dem Tourismus gerecht werden.

Diese Schlussfolgerung aus der touristischen Untersuchung kann nach unserer Auffassung verallgemeinert werden.

Bei einer Fusion mit den Nachbarkreisen Northeim und Göttingen ist diese Forderung kaum umzusetzen. Eine Fusion mit Goslar würde gewisse Chancen bieten.

7. Gutachterliche Stellungnahme

Das Hesse Gutachten macht die folgenden Aussagen (vgl. S.2ff)

http://landkreisgoettingen.de/pics/medien/1_1317213012/Gutachten_Kommunalstrukturen_in_Suedniedersachsen.pdf

Es besteht bei diesem Gutachten eine  Besonderheit insofern, als der Gutachter zunächst vom Landrat des Kreises Northeim angesprochen wurde, der sich – von seinem Kreis ausgehend – eine substanzielle Untersuchung der Handlungschancen Südniedersachsens erhoffte.

In weitgehender Kooperation mit dem benachbarten Landkreis Osterode am Harz strebte man eine umfassende Beauftragung an, die zum einen die wiederum angrenzenden Kreise Goslar und Holzminden einbeziehen sollte und zum anderen eine Kooperation mit dem Landkreis Göttingen erlaubte.

Aufgrund der erkennbaren strukturellen Unterschiede (und sich damit natürlich verbindender

Interessenlagen) sowie parteipolitischer Differenzen wurde schließlich entschieden, zwei Gutachten zu vergeben. Die folgenden Ausführungen sind entsprechend geprägt: unterschieden wird zwischen den Entwicklungsoptionen für den Großraum Northeim–Osterode am Harz, gefolgt von denen für den

Raum Göttingen. Im erstbenannten Fall kam es zu einer moderaten Zusatzbeauftragung, die auch eine verstärkte Zusammenarbeit der Kreise Osterode a.H. und Goslar zum Gegenstand haben sollte, während eine ähnlich gelagerte Zusatzuntersuchung für den Raum Northeim–Holzminden keine Zustimmung in den angesprochenen Gremien fand. Für den Großraum Göttingen schließlich wurde die seitens des Landkreises vergebene Untersuchung durch einen moderaten Zusatzauftrag der Stadt Göttingen ergänzt, die eine Reihe spezifischer Fragen vom Gutachter beantwortet sehen wollte.

Im Ergebnis findet sich neben aufgabenspezifischen Vorschlägen zur Verbesserung des Status quo ein deutliches Plädoyer für eine nachhaltige Ausweitung der interkommunalen Zusammenarbeit – bis hin

zu arbeitsteiligen Verfahren, die wiederum in Fusionsansätze münden könnten. Dabei würde zwischen einer „kleinen Lösung“, dem Zusammengehen von Northeim und Osterode am Harz, sowie einem größeren Ansatz unterschieden, der – etwa auf der Basis freiwilliger Zusammenschlüsse – eine noch

weiter gehende Kooperation beinhaltet.

Weiterhin macht Hesse zur „großen Lösung“ deutlich (siehe Vorwort S. 4  ):

Dabei mag helfen, dass der Gutachter Größerräumigkeit nicht als Wert an sich sieht, sondern sie immer nur dann empfiehlt, wenn sich damit Leistungserhalt oder gar -verbesserung, ein kosteneffizienteres Verwaltungshandeln und schließlich die Gewährleistung bürgerschaftlicher Teilhabe verbinden.

In seiner Zusammenfassung auf S. 293 des Gutachtens kommt er zu dem Schluss:

Insofern glaubt der Gutachter, dass das von ihm präferierte schrittweise Verfahren:

„Kleine Fusion“ zwischen Northeim und Osterode am Harz, Verbesserung und

Vereinfachung der Interaktion zwischen dem Kreis und der Stadt Göttingen, nachhaltige Ausweitung der interkommunalen Zusammenarbeit in Schlüsselbereichenund schließlich ein erneuerter Regionalisierungsansatz (vgl. im folgenden Abschnitt)einen sinnvolleren Weg darstellen könnte, Südniedersachsen weiterzuentwickeln.

 

FW Die unabhängige Kraft
2011.